Sascha Lobo: „Seniorenhandys für alle“ | Digital - Frankfurter Rundschau

„Seniorenhandys für alle“


Autor Sascha Lobo fordert im FR-Interview Steuervorteile für leicht zu bedienende Geräte - denn an der Usability fehle es den Smartphones zum endgültigen Vormarsch.


Warum kaufen sich mittlerweile auch 70-Jährige ein iPhone, wenn sie nicht einmal ansatzweise wissen, was sie damit alles anstellen können?


Ich halte das für eine Verdrehung der Realität. Ich kenne viele Ältere, die im Umgang mit technischen Geräten fitter sind als junge Menschen.


Beim Mobile World Congress in Barcelona wird gerade der Abschied vom Dumbphone gefeiert. Auch wenn es viele aufgeschlossene ältere Nutzer gibt: Sind alle 82 Millionen Deutsche schon smart genug für Smartphones?


Nein. Und daran sind die Hersteller schuld.


Brauchen wir also spezielle Senioren-Smartphones?


Jedes Handy sollte ein Seniorenhandy sein. Und nur wenn ich möchte, kann ich die Seniorenhaftigkeit verringern.


das ganze Interview auf fr-online.de

W&V: Sascha Lobo: "Ich versuche, interessant zu bleiben"

Sascha Lobo arbeitete früher bei Agenturen, darunter Aimaq & Stolle.

Social-Media-Missionar Sascha Lobo referierte bei der Vok Dams „Sommer-Trend-Tour“. Dort sprach W&V mit ihm über Events, junge Werber, Eigenmarketing und seinen ersten Roman.

W&V: Sie sind der Meinung, Social Media und Events seien "eine Art Zwillingspärchen“. Warum?
Lobo: Sie haben zwei zentrale Elemente gemeinsam. Erstens: Sowohl Events als auch in zunehmendem Maße die Kommunikation in sozialen Medien finden in Echtzeit statt. Zweitens: Beides beruht auch auf sozialer Interaktion. Der pompöseste Event ist schließlich nichts wert, wenn die anderen Teilnehmer doof sind. Für soziale Netzwerke gilt dasselbe.

Wie lassen sich diese Gemeinsamkeiten fürs Marketing nutzen?
Man muss sich ihrer Wechselwirkung bewusst sein. Der Anlass für Kommunikation ist doch das Erleben. Und wenn man etwas Tolles erlebt hat, ist man auch dazu bereit, sich im Internet weiter auszutauschen. Diese Wechselwirkung wird besonders wichtig, weil Veranstaltungen heute nicht nur zu einer Zeit an einem Ort stattfinden, sondern zusätzlich im Netz dokumentiert werden. Wenn man zu einem angeblichen Sensationskonzert nur zwei maue Twitter-Botschaften findet, wird man schnell miss­trauisch.

Haben Werbeagenturen das Social Web verstanden?
Manche, zum Glück längst nicht alle, versuchen leider immer noch, auf dieselbe Art und Weise Geld zu verdienen wie in den letzten 50 Jahren. Aber es hat sich zu viel verändert; sie müssen sich auf die sozial vernetzte Kommunikation einlassen. Übrigens halte ich Agenturen heute für notwendiger als je zuvor. Gerade Markenkommunikation ist so vielschichtig geworden, da ist in jeder Hinsicht intensive, vor allem strategische Beratung gefragt.

Haben Sie beim ADC-Festival in Frankfurt nicht noch auf die Agenturen geschimpft?
Den Werbe-Nachwuchs hatte ich da gerügt, weil kaum einer der Jungen beim ADC und den vielen zugehörigen Veranstaltungen getwittert hat. Man kann sich nicht als professionelle Kommunikations-Avantgarde fühlen, dann aber nichts Neues ausprobieren und im Kinospot die Krone der Werbeschöpfung sehen. Es steht jedem frei, Twitter oder Facebook doof zu finden. Aber bevor man urteilt, muss man sich mal die Mühe machen, es kennenzulernen – schon aus einer hoffentlich vorhandenen Kommunikations-Professionalität heraus.

Werden Social-Media-Kampagnen oft nur halbherzig angegangen?
Die allermeisten Kampagnen werden halbherzig angegangen, aber bei Social Media fällt’s eben auf. Wenn Millionen Menschen einen Kinospot doof finden, ist nicht sicher, dass ein Verantwortlicher davon auch nur erfährt. Bei Social Media ist das vollkommen anders, da schreiben die Menschen ihren Kommentar einfach ins Netz.

Was meinen Sie, wie lange der Hype um Sie persönlich noch anhält?
(lacht) Na, für immer! Im Ernst: Was meine eigene Marke angeht, so beherzige ich, was ich auch Unternehmen rate: Ich versuche, interessant zu bleiben. Das kann man zum Beispiel erreichen, indem man beständig Neues produziert. Ich habe gerade einen Roman geschrieben.

Etwa über die Liebe in Zeiten von Facebook?
Nein, er hat mit dem Internet wenig zu tun, außer dass er während der New Economy spielt. Falls es jemanden interessiert, also hoffentlich alle: Das Buch heißt "Strohfeuer“ und erscheint im September bei Rowohlt Berlin. Hochklassige Experten für Markenkommunikation dürften Anleihen an meine Person auf dem Cover wiedererkennen.

via wuv.de

DER SPIEGEL 30/2010 - Sie werden wieder überheblich

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und Deutschlands prominentester Blogger Sascha Lobo über Facebook und Google, die Preisgabe persönlicher Daten im Netz, die Langsamkeit der Politik und das Leben neben der digitalen Welt

 

SPIEGEL: Herr Lobo, Sie gelten als Deutschlands König bei Twitter und Facebook. Frau Aigner dagegen hat gerade ihre Mitgliedschaft bei Facebook gekündigt, und sie twittert auch nicht. Verstehen Sie das?

Lobo: Das war ein hilfloser Schritt. Zwar ist Facebook sehr freizügig darin, die Daten seiner Nutzer weiterzugeben. Aber ich finde es komisch, dass eine Ministerin, die sich für das Thema zuständig fühlt, als Drohpotential nur die Kündigung der Mitgliedschaft hat.

SPIEGEL: Frau Ministerin, warum haben Sie bei Facebook gekündigt?

Aigner: Die Sicherheitseinstellungen sind nicht akzeptabel. Ich finde es unmöglich, dass man nicht von vornherein, also mit der Grundeinstellung, einen hohen Schutz hat, sondern sich diesen erst mühsam aufbauen muss.

Lobo: Schön, Sie haben das Problem erkannt. Aber es wäre effektiver, wenn die Regierung den Unternehmen wie Facebook unter Androhung von Sanktionen nahelegte, sich an deutsche Gesetze zum Datenschutz zu halten.

Aigner: Wer Gesetze bricht, gegen den ermittelt die Staatsanwaltschaft, wie im Fall von Google. Die Firma hat durch die illegale Erfassung privater Funknetze millionenfach gegen unser Datenschutzrecht verstoßen, deswegen läuft auch ein Bußgeldverfahren.

SPIEGEL: Das dürfte den milliardenschweren Konzern tief erschüttern.
...

 

Blogger im Interview: Sascha Lobo liest Politikern die Internet-Leviten - WELT ONLINE

Sascha Lobo liest Politikern die Internet-Leviten


Er ist Deutschlands bekanntester Blogger: Sascha Lobo. Im Interview auf WELT ONLINE erklärt Lobo, was die Politiker im Internet falsch machen, warum er Guttenberg keine Tipps geben möchte und wer die wahren Multiplikatoren im Netz sind. Beim Thema Datenschutz spricht der Blogger eine Warnung aus.

Bizarr. Im Interview steht ziemlich genau das Gegenteil von dem, was der Titel verspricht.

Meedia: Sascha Lobo über Debatte 2.0 und digitale Strategie

"Am lebenden Organismus experimentieren"

-->

Alle reden über die digitale Zukunft, aber die meisten sind unsicher, welcher Weg sie dorthin führt. In der Wirtschaft reicht die Haltung von hektischem Aktionismus bis hin zur Bewegungsstarre, was den Umgang mit den neuen Technologien und den Social Media-Tools angeht. Der Berliner Blogger und Web-Analyst Sascha Lobo hat deshalb das Schwarm-Experiment Debattenbeitrag 2.0 gestartet, das Firmen Anhaltspunkte und Strategien aufzeigen soll. MEEDIA sprach mit dem 34-Jährigen über sein Projekt.

Magazin | Cascade Magazin

13. Und zum Schluss die Beatles/Stones-Frage: AC/DC oder Kiss?
Weder noch. Elektronische Musik. Mit Tendenz zum Elektropunk, naheliegenderweise, aber auch nicht immer. AC/DC und Kiss, das ist so 20. Jahrhundert. Meine Musik soll entweder von 25-Jährigen kommen oder von 250-Jährigen, aber nicht von 60-Jährigen. Im Moment jedenfalls.

Ein Interview aus dem Jahr 2008. Nach dem Erscheinen von Gil-Scott Herons "I'm new here" ziehe ich meine Aussage bezüglich Musik von 60jährigen übrigens mit voller Wucht zurück.

Wer nicht fragt, bleibt dumm. Und wer nicht antwortet? « Social Media Strategy Lab

Warum nutzt du Formspring?
Das alte Frage-Antwort-Schema hat mich spontan wieder inspiriert, einen Faden aufzunehmen, den ich zu lange vernachlässigt hatte: die Welterklärung. Ich glaube, dass Erklärungen aller Art gut und wichtig sind. Das heißt ausdrücklich nicht, dass ich meinen Standpunkt anderen aufdrängen will (oder nur ein bisschen), aber meinen Standpunkt zu den Dingen zu erklären ist ein Wunsch, den ich schon immer habe. Aktuell mache ich aber eine Formspring-Pause. Das liegt vor allem daran, dass ich ein Buch zu Ende schreiben muss, eher aber noch daran, dass sie keinen RSS-Feed haben, mit dem ich die Fragen und Antworten in mein Blog feeden kann. Ob ich den Formspringfaden wieder aufnehme, hängt davon ab, ob sie es sozial weiterentwickeln und ob es groß wird. Denn natürlich ist es Teil meines Berufs und auch mein Wunsch, jeden Hype-Quatsch selbst mitzumachen und weiter zu befeuern, wenn ich es für richtig halte.

Sortierst du viel aus?
Aktuell habe ich 935 Fragen beantwortet und 402 unbeantwortet in meiner Inbox. Die Frage “Bist du schwul?” habe ich in allen möglichen Schreibweisen ungefähr 100 Mal gelöscht, ein paar andere Fragen auch. Ungefähr jede fünfte Frage beantworte ich nicht, die meisten allerdings, weil sie schon so oft gestellt wurden, dafür muss eine Lösung her, sonst schafft es Formspring nicht durch mein darwinsches reverses Social-Network-Sieb. Zwischendurch hatte ich eine Spamattacke, die ich mit Hilfe eines Formspring-Mitarbeiters in den Griff bekommen habe, dabei habe ich rund 1000 Spamfragen gelöscht.

Wie viel Zeit kostet Formspring?
Am ersten Wochenende zwischen Donnerstagabend und Sonntag-Spätabend habe ich knapp 900 Fragen beantwortet, die meisten ausführlicher. Das hat ungefähr zwölf Stunden gedauert. Seitdem immer mal wieder kurze Antwortanfälle. Wenn die Weiterentwicklungen kommen und gut sind, könnten es so zwei, drei Stunden in der Woche werden, denke ich.